Link  der Homepage von Michael Meisegeier, Erfurt        Zurück

 

Rohr, St. Michael

 

Südlich des Thüringer Waldes befindet sich in dem kleinen Ort Rohr eine bemerkenswerte, offenbar sehr alte Dorfkirche. Die Michaelskirche soll erst zwischen 1569 und 1618 zur Dorfkirche umgebaut worden sein. Ursprünglich soll sie die in den Quellen erwähnte Kirche des frühmittelalterlichen Klosters Rohr gewesen sein.

 

Schriftquellen

Eine Urkunde aus dem Jahr 824 soll in einem Kloster in Rohr ausgefertigt worden sein. Eine Michaelskirche in Rohr wird ein Jahr später erwähnt, also 825. Man nimmt an, dass das Kloster zwischen 815, dem Jahr, in welchem der Ort Rohr erstmals in einer Urkunde genannt wird, und 824 gegründet wurde. Weitere Urkunden aus dem 9. Jh. belegen angeblich die Existenz des Klosters. [LEOPOLD 1989, 27] 

Im 10. und Anfang des 11. Jahrhunderts ist für Rohr eine königliche Pfalz belegt [ebd., 27].

Thietmar berichtet die rührende Geschichte von dem Reichstag von 984 in der Pfalz Rohr, auf dem das geraubte Kind Otto III. an seine Mutter Theophanu und seine Großmutter Adelheid zurückgegeben worden sein soll.

Da die Geschichte sowohl der Karolinger als auch der Ottonen konstruiert, d. h. gefälscht ist, sind die o. a. Nachrichten ganz offensichtlich Teil dieses Konstrukts. Die Quellen liefern somit keinen brauchbaren Hinweis zur Baugeschichte der Kirche.

 

Die Kirche

Der Ursprungsbau war eine einschiffige Anlage mit einem Querhaus im Osten, das archäologisch nachgewiesen wurde, einer Westvorhalle und einem Ostchor mit Ostkrypta. Die Form des Ostchors ist unsicher, vielleicht eine rechteckig ummantelte Halbkreisapsis [OSWALD / SCHAEFER / SENNHAUSER, 285f].

Die erst 1900 wiederentdeckte, altertümlich erscheinende Krypta hat hinsichtlich ihrer Entstehungszeit in der Fachliteratur eine kontroverse Diskussion ausgelöst. Das in seiner Originalsubstanz weitgehend erhaltene Langhaus fand dort erst später entsprechende Beachtung.

 

aus  [LEOPOLD 1989, 29]

 

 

Die Krypta

In der heutigen Michaelskirche in Rohr befindet sich eine Krypta, die allgemein für das älteste erhaltene Bauwerk in Thüringen angesehen wird. Über die Datierung des Baus und der Krypta ist sich die Fachwelt jedoch keineswegs einig.

Die Krypta ist in ihrer Gestaltung schon etwas ungewöhnlich. Den östlichen Abschluss bildet eine relativ weit gespannte Halbkreisapsis, deren Wände im Bereich der Querhausostwand im Norden und im Süden auf eine viel schmalere Raumbreite, die Breite des ehemaligen Chorbogens, zurückspringen. Die Halbkreisapsis ist außen rechteckig ummantelt.

Die Krypta einschließlich des darüber gelegenen Sanktuariums sollen nachträglich an die Kirche angebaut worden sein.

Im Apsisrund drei Nischen, eine breite, heute gerade geschlossene mittlere und zwei etwa dreiviertelkreisförmige nördlich und südlich der Mittelnische. In letzteren je ein Fenster nach Osten, (Lichtdurchlass in Wandmitte).

Die mittlere Nische gehört zu einem östlichen Annexbau (siehe unten). Westlich der runden Nischen je ein weiteres Fenster in der Apsis.

In Raummitte vier quadratische, kämpferlose Pfeiler mit profilierten Basen, die ein Gewölbe aus sich kreuzenden Tonnen tragen. Am Apsisrund Ringtonne, im westlichen Joch Quertonne. Die vier Pfeiler so zusammengerückt, dass sie wie ein Baldachin wirken. "Ausklinkung der inneren Ecken der Pfeiler weisen auf eine Hervorhebung des Raumzentrums." [OSWALD / SCHAEFER / SENNHAUSER, 286]

Der Umgang im Osten und der westliche Quergang deutlich breiter als der Abstand der Pfeiler untereinander. Die Krypta ragt um die Breite des westlichen Quergangs plus Wanddicke der Westwand in die Vierung. Die beiden Zugänge in den westlichen Quergang von Norden und Süden. Vielleicht merkwürdig die Engstellen an den Rücksprüngen der Kryptawand in Höhe der Querhausostwand.

"In der Mittel- und Südnische Fundamentreste (für Altäre?) freigelegt, stratigraphisch nicht fixiert, in der Mittelnische Blockaltar." [ROSNER, 250]

Baueinheitlich mit der Krypta ein nicht erhaltener, kleiner, rechteckiger, tonnengewölbter Annexbau im Scheitel der Apsis, von LEOPOLD als Außenkrypta bezeichnet. Nach LEOPOLD vermutlich Sepulkralraum.

 

Zur Datierung:

Von LEHMANN [350f] wird diese Krypta in die 1. Hälfte des 10. Jh. (oder sogar noch karolingisch) datiert.

LEOPOLD [1989, 32f] datiert die Kirche und die Krypta nach Vergleichsbauten, die m. E. alle zu früh datiert sind, in das     9. Jh.

OSWALD sieht die Entstehung mit Hinweis auf Gernrode und Helmarshausen "eher 10. Jh." [OSWALD / SCHAEFER / SENNHAUSER, 286].

Von ROSNER [250f] wird die Rohrer Krypta der 2. Hälfte des 10. Jh. zugewiesen.

Ebenso sieht JACOBSEN die Krypta als auch den gesamten Bau "975 wohl bestehend". Mit Verweis auf Neuenberg bei Fulda sei der Typus der Krypta jedoch "bis weit in das 11. Jahrhundert hinein zu verfolgen." [JACOBSEN / SCHAEFER / SENNHAUSER, 349]

UNTERMANN [178f] geht von einer Erneuerung des rechteckigen Sanktuariums im 10. Jahrhundert aus.

IMHOF [338] sieht den nachträglichen Einbau der Krypta aufgrund der Raumform um 1000.

LOBBEDEY [JACOBSEN / LOBBEDEY / VON WINTERFELD, 277] ordnet die Krypta aufgrund der Raumform zeitlich nach Gernrode ein, wagt jedoch keine nähere Datierung. Er sieht jedoch die Zugehörigkeit der Rohrer Krypta zu einer Gruppe von Bauten, die bis auf die sog. "Confessio" der Stiftskirche in Quedlinburg, deren Errichtung er vor 968 sieht, sämtlich Anfang des 11. Jh. erbaut wurden.

Der DEHIO Thüringen sieht im Langhausbereich den Bau von 815/825 erhalten. Die Krypta soll im 3. Viertel des 9. Jh. eingebaut worden sein [DEHIO, 1014ff].

 

Das Langhaus

Der Kirchenraum war ursprünglich ein kreuzförmiger Saal, das Querhaus ursprünglich durchgehend. Die Querarme sind nicht erhalten. Das "Langhaus mit 17 dicht unter dem Dachansatz gelegenen Fenstern und drei Portalen noch fast vollständig und in ursprünglicher Höhe aufrecht"  [LEOPOLD 1995, 54].

Die Fundamente einer kleinen, eingeschossigen, nachträglich angebauten Vorhalle vor dem Westportal wurden ergraben.

In der Westwand zwei nachträglich eingefügte Biforien, nach LEOPOLD zu einer eingefügten Westempore gehörend, von der jedoch in den Längswänden keine Spuren zu erkennen sind, womit die Osterstreckung unbekannt ist.

Aufgrund einer Fuge im Dachstuhl des Langhauses vermutet LEOPOLD in der Westhälfte des Langhauses einen "Emporenturm", für den er eine "Verwandtschaft mit dem karolingisch-ottonischen Westwerk" sieht.

Die Herrschaftsempore datiert LEOPOLD in die zweite Hälfte des 9. Jh., die Errichtung des "Emporenturms" jedoch "erst im 10./Anfang 11. Jh., als die Michaelskirche Kapelle des Königshofes war" [LEOPOLD1995, 60].

Nach einer dendrochronologischen Untersuchung des dreigeteilten Dachstuhls wurden folgende Daten ermittelt: für den Westteil 1467, für den Mittelteil 1439/40 und für den Bereich des ehemaligen Querhauses 1584/85, wobei für letzteres Hölzer des abgebrochenen Querhauses wiederverwendet wurden  [LEOPOLD1996, 33].

Danach stand für LEOPOLD  der "Emporenturm" bis 1467 noch aufrecht. Der Abbruch des Querhauses erfolgte dann 1584/85.

 

Alternative Rekonstruktion der Baugeschichte

Die durch die Schriftquellen überlieferte Geschichte des Baus ist eine fromme Legende, mehr nicht.

Die Kirche war ursprünglich eine Eigenkirchengründung eines örtlichen Grundherrn, wie übrigens alle Gründungen vor dem 12. Jh. Für eine einfache Eigenkirche erscheint der Bau mit Querhaus jedoch sehr aufwendig. 

Der Grundriss folgt noch nicht konsequent dem quadratischen Schematismus. Zwar besitzt das Langhaus die Länge von etwa zwei Vierungsquadraten, die Querarme und der Chor haben in ihrer Tiefe jedoch nur etwa ⅔ der Länge bzw. Breite des Vierungsquadrates.

Aufgrund des entwickelten Grundrisses, d. h. mit einem durchlaufenden Querhaus, sehe ich die Errichtung frühestens in der zweiten Hälfte des 11. Jh.

Ich kann der Annahme von LEOPOLD, dass die Krypta mit dem darüber befindlichen Chor nachträglich an das bestehende Querhaus angebaut wurden, nicht folgen. Dementsprechend halte ich auch die Rekonstruktion seines Bau I mit der unmittelbar an das Querhaus anschließenden, weit gespannten Apsis für nicht zutreffend.

Wäre der Ostteil der Krypta mit dem Chor nachträglich angefügt worden, hätte man sicher eine andere bauliche Lösung gewählt. Es hätte z. B. keinen nachvollziehbaren Grund gegeben, die Breite des Langhauses für das Sanktuarium aufzunehmen, da doch der sehr einschnürende Chorbogen offenbar unverändert beibehalten wurde, womit sich etwas unschöne Ecken in der Krypta als auch im Chor ergaben.

Auch hätte das separate Aufführen des Chors vermutlich zu statischen Problemen geführt, da die Chorwände im Norden und Süden durch die entstehende Fugen nicht ausreichend ausgesteift gewesen wären.

Ich denke, dass der gerade geschlossene Chorarm auch der ursprüngliche Ostschluss gewesen ist, d. h. der durch die Chorbogenvorlagen stark abgeschnürte, querrechteckige Chor gehört zum Gründungsbau.

Der Einbau der Krypta einschließlich dem östlichen Annexbau ist vermutlich später erfolgt, wenn auch nicht viel später. Veranlassung war möglicherweise die Herstellung der Grabstelle für den Eigenkirchenherrn und seiner Gemahlin (?) in dem Grabannex.

Jetzt wurde im Bereich der Krypta die Apsiswand eingezogen.

Für den Kryptaeinbau musste der Chorfußboden abgesenkt werden, vermutlich bis zur Gründungssohle der Fundamente von Chor und Querhaus, weswegen die Apsismauer und die Pfeiler keine zusätzlichen Fundamente erhielten, da man sonst die vorhandenen Fundamente des Kirchenbaus hätte unterfangen müssen.

Die etwas ungewöhnlichen, dreiviertelkreisförmigen Nischen in den Zwickeln minimierten einmal den Materialbedarf und gestatteten darüber hinaus die Anordnung zusätzlicher Fenster. 

Die Pfeiler waren sicher zunächst Substruktionen für den darüber stehenden Hochaltar, nur sekundär zur Gliederung des Kryptenraums. Die kompakte Anordnung ist verantwortlich für den Eindruck eines Baldachins. Die Ausklinkungen der Innenecken der Pfeiler weisen auf eine ursprüngliche Abschrankung hin, möglicherweise der Aufbewahrungsort eines Reliquienschreines, wie LEOPOLD schon meinte. Für die Aufstellung eines Heiligen-Sarkophags war der Platz sicher nicht ausreichend.

Denkbar, wenn auch nicht zwingend ist, dass zwischen den Reliquien in der Krypta und dem Altar im Chor eine kultische Beziehung bestand.

Eine vielleicht ähnliche Situation haben wir in St. Mang in Füssen. Dort bildeten sechs Stützen baldachinartig die Substruktion für den Hauptaltar.

"Der Kernbau der Krypta sei nicht ein Baldachin über dem Sarkophag gewesen, wie es die 1950 neu geschaffene Grabplatte suggeriert, sondern er bilde eine Substruktion unter dem Grab, das direkt unter dem Hochaltar gelegen habe." [HAAS, 76]

Ob die Fensteröffnungen in der Apsis, die abweichend von denen im Langhaus, ihre schmalste Stelle nicht außen, sondern in Wandmitte haben, zwingend auf eine spätere Bauzeit hinweisen, möchte ich hier offen lassen.

Nach meiner Auffassung diente die Krypta nicht mehr ausschließlich dem  accessus ad confessionem, also dem Zugang zu einem Heiligengrab, sondern war eher eine Stiftergedenkstätte, wozu die Altaraufstellung in der Ostnische unmittelbar westlich des Grabannexes schon passen könnte.

Ich sehe in der Krypta der Michaelskirche in Rohr eine Übergangsform zwischen den frühen Krypten, die allein dem Zugang zu einem Heiligengrab dienten, und den späteren, die nur noch Kulträume für Privatmessen u. ä. darstellten.

Die von LEOPOLD rekonstruierte, vermutlich nachträglich eingebaute Westempore, zu der die beiden Biforien gehören sollen, ist durchaus denkbar aber nicht zwingend. Biforien sind im späteren 12. Jh. eine gebräuchliche Fensterform.

Möglicherweise war sie eine eingestellte Holzkonstruktion, weswegen in den Außenwänden keine Spuren zu finden waren.

Der Fußboden der Empore soll unterhalb der Sockelbänke der Biforien gelegen haben. Da sich etwa 30 cm unter den Sohlbänken bereits der Bogen des Westportals befindet, verbleibt sehr wenig Bauhöhe für den Emporenaufbau. Vielleicht wurden die Biforien auch nur zur Gestaltung der Westfassade bzw. zur zusätzlichen Belichtung des Langhauses eingebaut.

Dem "Emporenturm" ist eine klare Absage zu erteilen. Dieser ist eine unzulässige Spekulation bar jeder Grundlage.

Dass ein solcher Westbau sich überhaupt nicht in den Längswänden, weder durch einen Vorsprung noch eine Verdickung der Mauern, etc. absetzt, ist nicht glaubhaft. Allein für eine sichere Ableitung der höheren Lasten wären solche konstruktiven Maßnahmen erforderlich.

Die Unterteilung des Dachtragwerks entsprechend den drei Grundrissquadraten des Schiffs, dürfte aus pragmatischen Gründen erfolgt sein. Auch die zeitversetzte Erneuerung des Dachtragwerks stellt kein Argument für die Rekonstruktion eines "Emporenturms".

Im Zusammenhang mit dem 1584/85 erfolgten Abbruch der Querarme und der Verlängerung des Langhauses bis an den Chor wurde auch der heutige Chorturm errichtet. Ich denke nicht, dass dieser einen romanischen Vorgänger hatte.

Damals soll auch die Krypta verfüllt worden sein (wurde erst 1900 wiederentdeckt). Vielleicht zu dieser Zeit auch Abbruch des Grabannexes oder aber früher.

 

St. Michael - die Kirche des Klosters Rohr?

Ca. 1 km südöstlich des Dorfes Rohr liegt der Ortsteil Kloster Rohr mit einer Johanneskirche. Der Ortsteilname geht auf ein ehemaliges Benediktinerinnenkloster zurück, eine angeblich Ende des 12. Jh. erfolgte Neugründung, welche 1206 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Die heutige Johanneskirche ist ein Bau des 17. Jh., der an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet worden sein soll.

Es liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei den beiden in den Schriftquellen erwähnten Klöstern um ein und dasselbe Kloster gehandelt haben könnte. Nur die unbedingte Gläubigkeit an die Schriftquellen hat vermutlich einen solchen Denkansatz bisher verhindert.

Leider genügen die erreichbaren Informationen zur Johanneskirche nicht, z. B. Vorhandensein und ggf. Gestalt des Vorgängerbaus, um eine endgültige Aussage zu treffen.

Wenn ich einmal die Existenz eines Doppelklosters in Rohr ausschließe, könnte St. Michael die Klosterkirche gewesen sein, die 1206 erwähnt wird, und das sog. Kloster Rohr ist einfach ein Irrtum aufgrund der gefälschten Quellen. Die Johanneskirche ist vielleicht einfach ein separater Kirchenneubau etwas außerhalb des Dorfes.

Das Kloster wurde nach 1544 säkularisiert. Dazu würde der Umbau zur Dorfkirche 1584/85 passen. Auch hätte die Tradition Recht, die die Umwidmung zur Dorfkirche erst in der 2. Hälfte des 16. Jh. sieht.

Damit hätte die traditionelle Benennung von St. Michael als ehemalige Klosterkirche durchaus ihre Berechtigung, wenn auch nicht für das 9. Jh.

Mit der Einführung des Pfarrsystems im 12. Jh. erhielt die Klosterkirche in Rohr auch das Pfarrrecht.

Die ottonische Pfalz entstammt eindeutig dem Mittelalterkonstrukt. Sie gab es in Rohr natürlich nie.

Die im Westteil nachträglich eingebaute Empore wäre damit eine Nonnenempore zum Aufenthalt der Nonnen außerhalb der Gottesdienstzeiten.

Ich weiß nicht, ob der von LEOPOLD am Ostende des Langhauses eingezeichneten Abtrennung (Lettner?) mit davor angeordneten Kreuzaltar wirklich ein archäologischer Befund zugrunde liegt. Eine solche Abtrennung sowie der Kreuzaltar ist jedoch bei einer Klosterkirche zur Abtrennung des Kloster- und Laienbereichs zu erwarten.

Dazu passt auch die originale Portalanordnung. Das Westportal dürfte der Laieneingang gewesen sein, die beiden Portale im Süden und im Norden am Ostende des Langhauses die Zugänge für die Nonnen zum Querhaus bzw. zu den Treppenaufgängen der Nonnenempore.

Bisher sind keine Reste einer Klosteranlage entdeckt worden. Möglicherweise war der Konvent sehr klein, weswegen es keine aufwendigen Klosterbauten gab.

Die Wehrmauer um die Kirche wurde erst in spätmittelalterlicher, vermutlich nachklösterlicher Zeit errichtet, vielleicht mit dem Abbruchmaterial des Querhauses.

Denkbar ist jedoch, dass die Wehrmauer ihren Vorläufer wenigstens zum Teil in der ehemaligen Klostermauer hatte.

 

Literaturverzeichnis:

Dehio, Georg (1998): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Thüringen. München, Berlin S. 1014ff

Haas, Walter (1995): Zur mittelalterlichen Anlage des Klosters St. Mang in Füssen. Krypta-Kreuzgang-Kapitelsaal: Beobachtungen und Überlegungen. In: Denkmalkunde und Denkmalpflege. Wissen und Wirken. Festschrift Heinrich Magirius zum 60. Geburtstag. Dresden, 73-92

Imhof, Michael (2006): Architektur im Zeitalter der Ottonen. Katalog der erhaltenen Bauten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In: Die Ottonen. Kunst-Architektur-Geschichte. Hrsg. von Laus Gereon Beuckers, Johannes Cramer und Michael Imhof. Petersberg, 303-349

Jacobsen, Werner / Schaefer, Leo / Sennhauser, Hans Rudolf (1991): Vorromanische Kirchenbauten. Katalog der Denkmäler bis zum Ausgang der Ottonen. München, Nachtragsband, 349

Jacobson, Werner / Lobbedey, Uwe / von Winterfeld, Dethard (2001): Ottonische Baukunst. In: Otto der Große. Magdeburg und Europa. Band I (Essays). Hrsg. von Matthias Puhle. Mainz, 251-281

Lehmann, Edgar (1950): Die Michaelskirche zu Rohr und ihre Krypta. In: "Arte del primo millennio" - Atti del Convegno di Pavia (1950) per lo studio dell'Alto Medio Evo. Torino, 343-351

Leopold, Gerhard (1989): Zur frühen Baugeschichte der Michaelskirche in Rohr. Ein Vorbericht. In: Baukunst und Bildkunst im Spiegel internationaler Forschung, 27-34

- (1995): Zur frühen Baugeschichte der Michaelskirche in Rohr, besonders zum Problem der Westempore. In: Denkmalkunde und Denkmalpflege. Wissen und Wirken. Festschrift Heinrich Magirius zum 60. Geburtstag. Dresden, 53-62

- (1996): Die karolingische Michaelskirche in Rohr. Forschungsstand zu ihrer frühen Geschichte. In: Bericht über die 38. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung vom 11. bis 15. Mai 1994 in Brandenburg (Koldewey-Gesellschaft), 29-35

Oswald, Friedrich / Schaefer, Leo / Sennhauser, Hans Rudolf (1990): Vorromanische Kirchenbauten. Katalog der Denkmäler bis zum Ausgang der Ottonen, München (unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1966-1971), 285f

Rosner, Ulrich (1991): Die ottonische Krypta. Köln

Untermann, Matthias (2006): Architektur im frühen Mittelalter. Darmstadt

 

 

Zurück

 

Letzte Bearbeitung dieser Seite: 18.03.2019

 

Impressum